Meine Geige stellt sich vor

  • Und nochmals herzlichen Dank für Eure Unterstützung.


    geigerlein Natürlich werde ich nicht mit Schleifpapier an die Geige gehen, dafür gibt es doch Dremel und Co....

    Keine Sorge, kenne meine Grenzen.


    abalon Deine Einschätzung stimmt mich sehr positiv, bin auf das Urteil von der Geigenbauerin gespannt. Morgen ist es so weit... werde berichten.

    Saiten werden sicherlich getauscht, da wird mir die Expertin sicherlich eine epfehlen können.


    Logischerweise konnte ich es nicht sein lassen, und musste den Bogen spannen und über die Saiten gleiten lassen. Videos wie das funktioniert gibt es ja ohne Ende im Netz. Nur durch Eigengewicht des Bogens sprechen die Saiten direkt und klar an, war extrem überrascht, wie laut das Teil ist. Kein Vergleich zu der Geige meiner Tochter. Ok diese ist eine 1/16 glaube ich. Ohne Druck ist die Lautstärke aber schon nahe an meiner Schmerzgrenze. Hoffe man gewöhnt sich daran. Wie bereits geschrieben gehen die Schwingungen durch den ganzen Körper. Habe auch einen grossen Resonanzkörper, vielleicht liegt es daran. Kenne das Gefühl ein wenig vom Sax, da ist die Schwingung auch spürbar, aber bei weitem nicht so extrem wie hier...


    Freue mich riesig die Geige besser kennen zu lernen.


    Wünsche euch allen einen wunderschönen Tag

  • Besprich das mit der Lautstärke auch mal mit dem Geigenbauer. Da kann man saitentechnisch in gewissen Grenzen etwas variieren.


    Beim Sax kommt der Ton ja auch aus dem Schallbecher, der ein ganz schönes Stück weg vom Ohr ist. Die Geige hast Du „direkt“ am Ohr. Auch werden tiefe Frequenzen als angenehmer/leiser empfunden, so eine Geige kann ganz schön schrill werden. Wenn das Dir zu unangenehm ist, gibt es auch speziellen Gehörschutz für Musiker.

  • Geschätztes Forum, insbesondere die an meiner Anfrage beteiligten Experten.


    War gestern mit dem guten Stück bei der Geigenbauerin. Diesbezüglich eine sensationelle Bekanntschaft. Werde Ihr treu bleiben...


    Nach genauer Prüfung stellte Sie fest, dass lediglich der Sattel geleimt werden muss. Sie würde aber in dem Zusammenhang ein paar kleine unsaubere Verleimungen am nachtupfen. Kosten CHF 50.-


    Neue Saiten, Empfehlung ca 120.- jedoch kann dies erst optimal bestimmt werden, wenn das Instrument stabil sei und der Charakter hervorkommt.


    So verblieben und am Folgetag einen Termin vereinbart.


    Voller Vorfreude ein Kaffee angesteuert als mich ein Anruf erreichte...


    Mit spürbar gedämpfter Stimmung teilte mir die Dame mit, dass Sie beim Vorbereiten feststellen musste, dass der Hals lose sei. Minimal und kaum merklich, darum sei es bei der Inspektion nicht aufgefallen. Jedoch sei der Stift bei der Rückplatte gebrochen. Eine korrekte Reparatur werde ca 2000.- kosten. Man könne etwas Leim einträufeln und warten bis der Schaden komplett sei! Würde Sie aber bei diesem Instrument absolut nicht empfehlen. Eine andere Option wäre den Hals zu demontieren und zu Schiften. Bei diesem Prozess müsse der Boden nicht entfern werden und koste nicht mal die Hälfte. Sei eine Möglichkeit aber dieses Instrument habe eine richtige Instandstellung verdient.


    Noch interessant zu wissen, abgesehen von den sichtbaren Reparaturen befindet sich ein grosser Reparaturbatch über die ganze Breite oberhalb den f Löchern.


    Also was nun...


    Eine solche Reparatur kann ich mir aktuell nicht leisten. Bin zwar Schweizer aber nicht Grossverdiener. Zudem ist Familie in der Schweiz sehr sehr teuer...


    Ein Lichtblick ist, dass der Wert des Bogens den gesamt Kaufpreis deckt. Somit habe ich einen "teuren" Bogen gekauft und einen Kasten mit Violine und Zubehör geschenkt bekommen...


    Nur Bogen alleine macht noch keine Töne.


    Fazit:

    Geige wird von der Fachfrau stabilisiert für eine längere Einlagerung



    Ich schaue weiter für eine spielbereite Geige... Habe schon eine in Aussicht, keine Strat aber scheint älter und intakt.


    Sollte bei meiner Tochter oder gar bei mir das erste Konzert im Opernhaus bevorstehen, kann ich mir meine "Hübsche" aufbereiten lassen.


    Ps.

    Ich weiss, dass ich in einem teuren Land lebe. Diese Arbeiten werden in Deutschland sicherlich günstiger angeboten. Im Osten sicher noch viel günstiger. Ich arbeite seit 20 Jahren in unserem Familienbetrieb in einem billiglohn Segment. Wir Leisten 3–4-mal so viele Stunden, um den Umsatz eines Elektriker oder Automechaniker zu generieren. Deshalb kann ich das Lohnniveau durchaus verstehen. Ich empfinde die Preisgestaltung der Geigenbauerin nicht als übertrieben, sondern als gerechtfertigt, wenn nicht sogar sehr preiswert.


    Für mich steht fest, dass wenn die Geige in meinem Besitz repariert werden soll, dies bei genau dieser Fachfrau geschehen wird.

  • Das ist schade, zeigt aber wie schwierig es ist Geigen von Bildern zu beurteilen und zu kaufen. Manche Schäden sind auf den ersten Blick nicht sichtbar und können sehr teuer werden. Glückwunsch für den Bogen ich hatte das schon vermutet. Wenn du die Geige verkaufen möchtest ich hätte Interesse Sie wieder herzustellen um zu sehen ob ich mit meiner Klang Vermutung richtig liege. Meine Mail wäre rittmann@baaluu.de

  • Ich kann Ihnen nur davon abraten, weiter in den Kleinanzeigen nach einer Geige zu schauen. Man kann natürlich Glück haben, aber für das Geld was man da versenkt, kann man viel besser etwas Einschätzbares mit Probemöglichkeit und der Sicherheit, dass alles in Ordnung ist, bei einem Fachgeschäft kaufen. Und das sage ich nach drei Jahren Geigen kaufen und beobachten auf eBay etc... Da wird irrsinnig viel betrogen. Stichwort "Katze im Sack" oder "verdeckte Mängel", diese Erfahrung haben Sie ja nun schon gemacht.


    Konnte die Geigenbauerin etwas über die Herkunft der Geige sagen?

  • Besten Dank für den gut gemeinten Rat. Jedoch konnte ich es nicht lassen. Es folgt in den nächsten Minuten eine zweite Vorstellung...


    Bin Jäger und Sammler, habe so, sehr viele interessante Menschen und Geschichten kennen lernen dürfen. Ist teils interessanter als Objekt der Begierde. Zudem gibt es dem Objekt, in meinem Fall Uhren von gross bis klein, Füllfederhalter, Rasiermesser, 2 Saxofone und anderen ausgefallene Antiquitäten, einen persönlichen Bezug und erinnert an deren Geschichte. Im Eingangsbereich unserer Firma steht ein 200Kg Ambos vom angeblich letzten vollberuflichen Schellenschmied der Schweiz. Konnte ich als Deko von seinem Sohn (ca 70j) übernehmen. Darüber hängen Zeiger einen Kirchenuhr usw...


    Zur Herkunft wollt Sie sich nicht festlegen, ist studierte Kunsthistorikerin mit Schwerpunkt Geigen. Die Schnecke sei sehr alt, jedoch nicht genau zu bestimmen. Vermutlich deutsch. Genauer bestimmen könne Sie es, wenn Sie offen sei... werde berichten.


    Aber jetzt kommt Teil zwei der Suche nach "meiner" Geige...

  • Update:


    Konnte die Geige heute bei der Geigenbauerin abholen

    Auf meinen Wunsch hin, hat Sie den Untersattel verklebt und ein paar nicht so schön verklebte Stellen nachgebessert.

    Somit ist Sie gebettet für einen Winterschlaf.


    Meine Geigenbauerin hat bei genaueren Betrachtung noch einen Zeter entdeckt. Dieser ist an der unteren rechten Zarge angebracht.


    Gedruckt:

    Otto Wild

    Geigenbauer

    Erlbach (Vogtl.)

    Handschriftliche Ergänzung:

    Gebaut 1930 (Vermutlich)


    In diesem Forum habe ich einen Beitrag mit dem Inhalt Otto Wild gefunden.


    Nach wie vor bin ich der Überzeugung, dass die Geige bei mir bleiben wird.

    Ersatz habe ich inzwischen gefunden und gleich der Geigenbauerin zum Überarbeiten übergeben.

    Dazu mehr im #2