Geige Nr. 1 Original von mir

  • Ich verwende Hautleim und bin damit zufrieden. Allerdings hält er sich nicht besonders lange, wenn man ihn einmal in Wasser gelöst hat. Im Kühlschrank vielleicht 3 - 4 Wochen. Ist er noch gut, ist er fest, aber sobald er auch im Kühlschrank flüssig ist, schütte ich ihn weg.

    Ich weiß nicht, ob man ihn auch offen stehenlassen kann, so dass er wieder eintrocknet. In dem Fall ist er unbegrenzt haltbar.

  • Es gibt verschiedene Leimkonzepte. Wichtig ist eine Anwendungskonvention, d.h. ein Gefühl für reproduzierbare Verhältnisse zu haben.

    Haut-bzw. Hasenleim sind mir lieber als der dunklere Knochenleim. Ich persönlich mische Fischleim mit Hautleim und zwar nur in der an diesem Tag benötigten Menge.

    Das in der Regel trockene Holz bestreiche ich oft erst mit einer Wasser-Leim-Mischung. Dann trage ich beidseitig nur soviel Leim wie benötigt auf. Ausquellenden Leim wische ich frühzeitig weg.


    Fischleim ist auch in kaltem Zustand flüssig.

    Ich würde eine kleine Menge Fischleim und Titebond Hautleim ( vielleicht auch hier im Shop?) bei Dictum nehmen. Firma mittlerer Qualität, agiert schnell, ist Vollsortimenter.

    Gibt aber billigere Lösungen. Alles andere kann auch gehen. Ich persönlich hasse ausquellenden Leim. Zuwenig Leim ist auch schlecht.

    Meine Empfehlung: erst eine „Probegeige“ mit Bauholz aufschachteln. Es tauchen eh gegen Ende Probleme mit Passgenauigkeit auf. Aufschachteln ist viel schwerer als Innenform. Aber Du hast Willen und Durchhaltevermögen. Das wird 👍.😉.

    Gutes Gelingen !

  • Ich verwende schon seit Jahren ein und den selben Knochenleim. Ist halt sehr sparsam. Immer nur eine kleine Menge einweichen und die Reste nach dem Gebrauch auf der Heizung wieder eintrocknen. Einziger Nachteil: Man muss vor dem Gebrauch immer ein paar Stunden einweichen lassen. Mal schnell was leimen ist da nicht möglich.

  • Danke erstmal,


    Ich habe zuhause schon den Titeborn Hautleim. Mit den habe ich die Einlage verleimt. Dieser Leim laesst sich gut verarbeiten. Jedoch gefallen mir zwei Sachen nicht. Er ist extrem dunkel und wenn er fest wird, ist er hart und sproete. Ich bin mir nicht sich ob das ideal fuer die Zarge ist.


    Ich werde also Fischleim und Hautleim bestellen und dein mix testen. Ist es beim Test wichtig genau die richtige Holzsorte zu verwenden oder geht auch anderes? Habe noch etwas Buche rumliegen.


    Werde natuerlich nur soviel Leim anruehren wie noetig. Hab zwar noch keine Ahnung wie man dies macht, aber dazu wirds wohl genug Videos in Youtube geben. Wahrscheinlich im Wasserbad einfach warm machen bis er fluessig ist. 8)

  • Früher wurden Geigenteile auch aus Buche gemacht....


    Dass der Leim sehr hart wird, hat seinen Sinn. Dann überträgt er Schall sehr gut.


    Am Besten übst Du Leimen erstmal, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Das Holz dafür ist erstmal egal.


    Gut ist es auch, wenn man die Teile vorher etwas anwärmt (dafür gab es früher sogar Leimöfen), dann erkaltet der Leim nicht, wenn Du ihn auf das „kalte“ Holz streichst.


    Und kein Werkzeug aus Metall in/an den Leim, das mindert die Klebkraft. Ob das stimmt (und warum)- keine Ahnung. Mir wurde es gesagt, und ich mach es nicht...

  • ....also mein Hautleim ist sehr hell. Die Mischung bleibt etwas länger flüssig. Wichtig ist der Wasseranteil und die Viskosität. Wie geigerlein sagt: man muss solange probieren bis man zufrieden ist. Es gibt unterschiedliche gleichwertige Lösungen.

    Manche Möbel-Restauratoren haben Kübel mit stinkendem braunen Leim den sie jeden Morgen aufwärmen. Ich mag das nicht. Überstände wische ich gleich weg. Andere schwören auf einen Dr. Ötger Küchenschaber aus Plastik zum nacharbeiten, andere auf ein Plektrum.

    Geht alles.

    Ich meine: Nicht zuviel aber auch nicht zuwenig.

  • Am Besten besorgst Du Dir einen Babybreiwärmer mit Temperaturregler, also wo Du einstellen kannst wie heiss das wird. Überhitzter Leim verliert an Klebkraft.


    Dann löffelst Du mal ein Babybreigläschen aus (ich empfehle irgendeinen Fruchtbrei/Apfelmus ;-) ...), dann hast Du ein „passgenaues“ Glas für den Breiwärmer.


    Dann weichst Du Leimperlen mit wenig Wasser auf, nur soviel, dass die quellen können. Ich lasse die immer über Nacht stehen.


    Dann machst Du das im Breiwärmer vorsichtig warm, dabei wird das flüssiger. Dann kannst Du Wasser hinzugeben, bis du die entsprechende Konsistenz hast.


    Übrigen Leim kannst Du im Kühlschrank kurze Zeit aufbewahren (wenn Du in den nächsten Tagen weiterleimen willst!), ansonsten eintrocknen lassen (funktioniert eher bei kleinen Mengen!).

  • Plektrum/Teigschaber.... jedes x-beliebige Plasteteil geht.


    Also auch abgeschnittene Stücke von Verpackungen (stabilere Joghurtbecher/Becherrand von z.B. „Joghurt mit der Ecke), Blisterverpackungen, Grillfleischplaste (die in den festeren Plasteschalen...).... Da kann man sich seine „Schabeform“ in passender Form und gewünschter Biegsamkeit zurechtschneiden und hinterher entsorgen. ;-)