Beiträge von geigerlein

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    Für mich ist meine kleine Gegiensammlung eine Wertanlage, welche mein Edelmetall-Aktien-Kryptoportfolio etwas diversifizieren soll.
    Und zusätzlich mein Hobby. Mit den Erlösen aus den zukünftigen Verkäufen will ich meinen Musikunterricht sowie neue Instrumentenkäufe finanzieren.

    Ich will Deine Illusionen nicht zerstören, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich alte sächsische oder böhmische Geigen nur selten für einen angemessenen Preis verkaufen lassen, weil es unzählige gute neue Geigen gibt, die vielleicht sogar günstiger sind. Die alten Sachsen waren wie die heutigen China-Geigen auch mal Massenware, und einige sind wirklich gut, aber weil es so viele davon gibt, sind sie grundsätzlich nicht viel wert und als "Wertanlage" überhaupt nur dann denkbar, wenn sie nachweislich von einem bekannten Geigenbauer stammen.

    Dazu brauchst Du dann ein Zertifikat eines anerkannten Experten, das teuer ist und auch nur eine begrenzte "Gültigkeit" hat. Sprich, wenn Du die Geige in zehn oder zwanzig Jahren verkaufen willst, verlangen die Interessenten vielleicht ein aktuelles Zertifikat. Und keiner kann garantieren, dass die Geige ihren Wert überhaupt behält, von einer Wertsteigerung ganz zu schweigen. Instrumente sind Gebrauchsgegenstände, die nicht automatisch im Wert steigen.

    Ja, der Wirbelkasten ist angeschäftet, auf der rechten Seite (im richtigen Licht) erkennt man es. Soweit ich weiß, gab es einen italienischen Geigenbauer, der die Einlage auf dem Boden nur malte. Ich tippe bei dieser Geige aber eher auf den süddeutschen Raum.


    Zu Deiner Frage, ob man das Geld wieder rausbekommt, das das Spielfertig-Machen durch einen Geigenbauer kosten würde: Vermutlich nicht, es sei denn, er/sie erkennt eine besondere Provenienz der Geige. Achtung, ein Zertifikat kann dann teuer werden. Aber nur damit lässt sich dann ein realistischer Preis erzielen. Ansonsten lohnt sich das Einrichten, wenn Du die Geige selbst spielen willst.

    Die Unterzarge ist zwar durchgehend, es fehlt aber die "Notch", die Markierung der Mitte, wo das Loch für die Hängesaite gebohrt wird. Sie ist normalerweise bei allen Mittenwalder Geigen vorhanden. Die Schnecke scheint "bis zum bitteren Ende" gekehlt zu sein. Ob der Wirbelkasten angeschäftet ist, kann man nicht wirklich erkennen. Du hast nur ein Bild seiner linken Seite hochgeladen. Hast Du noch ein Bild der rechten Seite, eine Draufsicht (Anschäfter sieht man auch "von vorn") und von seiner Unterseite (Richtung Zarge)? Vielleicht sieht man dann mehr. Der Halsansatz in den Korpus ist auf jeden Fall modern.


    Die Schnecke ist hübsch, wenn auch ungleichmäßig. Die Einlage auf der Decke wirkt echt, auf dem Rücken ist sie aufgemalt. Alles in allem sieht es nach einem eher einfachen Instrument aus, das sich mit wenig Aufwand spielbereit machen lässt.

    Sieht gut aus :thumbup:


    Ich weiß nicht, wo die Gefahr des Splitterns größer ist: Beim Bohren der F-Loch-Löcher in die fertig ausgearbeitete Decke oder beim Ausarbeiten der Decke mit gebohrten Löchern. Als Anfänger würde ich mich aber an die generelle Reihenfolge halten, wie sie in den Büchern oder auf makingtheviolin.com genannt wird.

    Soweit ich weiß, macht man zuerst die F-Löcher und dann den Bassbalken.

    Ich würde immer ein Stimmfutter oder zumindest einen größeren Beleg auf dem Stimmbereich (Maserung quer zur Faser - hab ich aber selbst noch nicht probiert) machen. Du kannst natürlich versuchen, ob es auch so hält, vielleicht mit zwei kleineren Belegen ober- und unterhalb der Stelle, an der die Stimme stehen wird. Und wenn es nicht hält, musst Du die Geige wieder öffnen und ein Futter machen.