Wie alt ist mein Cello, bzw. was ist es wert?

  • Hallo,


    ich habe heute günstig ein gebrauchtes Cello abgeholt, nicht mit dem Gedanken einer Wertanlage, sondern einfach nur weil es Liebe auf dem ersten Blick war.

    Nun habe ich es genauer unter die Lupe genommen und da fielen mir gleich mehrere Merkwürdigkeiten auf. Die schwarzen Linien, die herumgehen, sind nicht aufgemalt sondern eingeritzt und in der Mitte scheint es anderes Holz zu haben ... Die Maserung ist anders. Und es scheint mehrere Fehler/Kratzer an den Linien zu haben. Könnte dies von einem Lehrling stammen?

    Die F-löcher wirken irgenwie klein und zierlicher, im Verhältnis zu meinem eigentlichen Cello.

    Kann vielleicht einer von etwas dazu sagen, oder gar das Alter abschätzen?

    Zur Geschichte: ist weitestgehend unbekannt. Der letzte Stand ist, dass es mind. 10 Jahre in einem Geschäft lag und dann übernommen wurde.

    Über eure Hilfe würde ich mich sehr freuen.

    Liebe Grüße

  • Das ist ein eher einfaches Instrument, irgendwann nach dem zweiten Weltkrieg bis heute gebaut. Ob die Flammung auf dem Boden echt ist oder gemalt, kann ich nicht erkennen. Teilweise sehen auch die Einlagen -die schwarzen Linien- gemalt aus. Das “Einritzen” soll echte “Intarsien” (Ader oder Einlage genannt) vortäuschen. Das ist eher unfachmännisch gemacht worden.


    Wert: Der liegt in diesem Fall im Klang. Auch ein einfaches Instrument kann gut klingen. Einen historischen oder Sammlerwert hat das Cello nicht.

  • Da die Maserung innerhalb der Einlagen abweicht, sind es echte Einlagen und nicht gemalt.

    Das ist aber nicht schlimm, im Gegenteil. Auch ein 60.000,- EUR Instrument hat echte Einlagen.


    Ein Saitenhalter aus Kunststoff ist in Ordnung. Woran erkannst du „billiges Platsik“ und warum

    ist das Griffbrett eine Katastrophe?


    Auch sehen die F-Löcher völlig in Ordnung aus.


    An ein paar kleinen „Fehlern“ würde ich mich nicht stören lassen. Ist ein schönes, wenn auch

    nicht wertvolles, Cello.

  • Vielleicht ist das Griffbrett keine Katastrophe mehr, wenn man den Steg etwas mittiger stellt. Oder der Hals ist schief.


    Einlagen: Ja, auf der Decke sind sie echt. Am Boden hab ich da meine Zweifel. Ich habe noch mal die entscheidenden Bilder vergrössert. Könnte es sein, dass der Boden aus Sperrholz ist?

  • danke schonmal für eure vielen Antworten.

    Der Hals ist nicht schief... denke ich. Der Steg sitzt noch nicht da wo er hin soll. Ich habe ihn wegen des fehlenden stimmstocks noch nicht umgesetzt. Erst in den nächsten Tagen kann ich damit zum Geigenbauer.

    Das Griffbrett hat pinselspuren und überstehenden Kleber, vermutlich würde es mal vom Vorbesitzer bearbeitet :(

    Ich bin nicht ganz sicher, denke aber dass es vollmassiv ist, aber ja, die Einlagen auf der Rückseite sind nur aufgemalt.

  • Mach mal ein Bild von der Kante der Rückseite. Und mal eins durch ein F-Loch (Innenseite des Bodens). Dazu am Besten eine Lichtquelle über dem anderen F-Loch, sodass Licht durch das andere F-Loch kommt.


    Ich vermute bemaltes Sperrholz- dann wäre es auch klar, warum die Einlagen vorn eingelegt sind und hinten nicht. So ein pasr Stellen am Rand und die Form des Randes sieht für mich nach Sperrholz aus. Aber Fotos können täuschen, und Du hast das Instrument vor Dir und siehst natürlich mehr als ich.


    Nur Schönreden um des Schönredens willen hilft Dir ja auch nix. ;-)


    Im Übrigen haben Sperrholzinstrumente auch Vorteile. Im Gitarrenbau und Kontrabassbau sind sie noch häufiger anzutreffen. Sie sind deutlich robuster als Vollholzinstrumente.